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Mit dem Rolli quer durch China: Andreas Pröve

Sehr geehrter Herr Pröve,

zunächst einmal vielen Dank für Ihren Besuch!

Ich denke, ich spreche im Namen der gesamten Jahrgangsstufe, wenn ich zugebe, dass wir alle zunächst wenig begeistert reagierten, als wir erfuhren, dass uns ein zweistündiger Vortrag über China bevorsteht.

Doch mit dem Folgendem hätte keiner von uns gerechnet, denn anstatt einer allseits bekannten Präsentation erwartete uns eine beispiellose Geschichte, die von einem Mann erzählt, der trotz seiner Querschnittslähmung nicht aufgab und sich entschloss, trotz seines Rollstuhls und den damit verbundenen Komplikationen eine Reise durch ganz China anzutreten, die nicht nur er selbst nie wieder vergessen wird.

 

Begrüßung Andreas Pröve in der Badain Jaran Wüste Andreas Pröve mit seinem Freund und Begleiter Sun De Yue Die bunten Berge im Zhangye Danxia Nationalpark Helfer der Klasse 10d In Shanghai beginnt die Reise nach Tibet Luftverschmutzung Pröve früher_heute Reifenflicken Rolli mit Triebling - einem Schiebemotor

 

Um dieses Ziel auch wirklich zu erreichen, waren unter anderem Änderungen am Rollstuhl nötig, um welche sich Herr Pröve persönlich kümmerte. Dementsprechend verfügte der „Rolli“ , wie er von seinem Besitzer liebevoll genannt wird, nun neben einem eingebauten WC sowie Wagenheber auch über einen kleinen Anhänger, in dem ein Motor eingebaut ist, welcher den Rollstuhl samt Fahrer beschleunigt, sodass man größere Strecken schneller überbrücken kann. Was am Ende der Reise mit besagtem Apparat passiert ist, bricht uns allen ein wenig das Herz, denn leider konnte dieser aufgrund Probleme bezüglich der Rücklieferung nicht die Heimreise antreten und musste zurückgelassen werden. Was genau anschließend mit ihm geschehen ist, weiß niemand so genau.

 Obwohl wir bereits im Geographieunterricht vieles über beispielsweise China gelernt hatten, hat uns ihr Vortrag in Kombination mit ihrer Präsentation nochmal einen komplett anderen Eindruck von diesem Land verschafft, da wir dadurch die Möglichkeit erhalten haben, es von einer ganz anderen Seite kennenzulernen, die man in der Schule nur selten vertieft. So erfuhren wir beispielsweise viel über die Einwohner dieses Landes, wie etwa ihre Freizeitaktivitäten, ihre Lebensweise oder ihre gastfreundliche, hilfsbereite Art.

Vor allem aber entdeckten wir China als ein vielseitiges Land, das es wert ist, bereist zu werden. Neben beeindruckenden Großstädten spielt dort auch die Natur eine große Rolle, was durch die zahlreich besuchten Nationalparks deutlich wird.

Herr Pröve, Ihre Stärke hat uns alle zutiefst beeindruckt, denn nach einem solchen Schicksalsschlag ist es keine Selbstverständlichkeit, weiterhin mit einer derartigen Entschlossenheit daran zu arbeiten, seine Ziele zu erreichen.

Sie aber haben beschlossen, sich von Ihrem Unfall kein Stück Ihrer Lebensfreude nehmen zu lassen, sondern stattdessen zu zeigen, dass auch das scheinbar Unmögliche, wie etwa mit einem umfunktionierten Rollstuhl eins der größten Länder weltweit zu durchqueren, Wirklichkeit werden kann, wenn man nur daran glaubt.

Wir wünschen Ihnen nur das Beste für Ihre Zukunft und bedanken uns nochmals von Herzen für Ihr Kommen.

Liebe Grüße

Julia Weber im Namen der 10. Klassen des Gymnasiums Neutraubling