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Was bedeutet der Brexit für die Wirtschaft?

Kurz vor dem ursprünglich geplanten Brexit-Datum Ende März referierte im Rahmen des Unterrichts im Fach Wirtschaft und Recht mit Herrn Schlag ein ehemaliger Schüler des GN, der heute beim Regensburger Unternehmen Dallmeier Electronic beschäftigt ist, vor den Klassen 10 a, b und c zum Thema Brexit.

Tagtäglich beschäftigt sich der studierte Betriebswirt Schlag mit Themen aus dem Bereich Außenhandel und Zollmanagement, doch nicht nur für ihn als Fachmann seien die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen des Brexits zu spüren. In vielen nachvollziehbaren Beispielen zeigte er auf, dass sich insbesondere für die kleinen und mittelständischen Betriebe im Vereinigten Königreich die Handelssituation deutlich verschlechtern wird. Die bevorstehenden hohen Grenzformalitäten und der damit verbundene unternehmerische Arbeitsaufwand würden die wirtschaftlichen Transaktionen mit dem europäischen Kontinent genauso erschweren wie die schwindende Konkurrenzfähigkeit britischer Produkte aufgrund der zu erwartenden Schutzzölle. Dies würde insbesondere die Möglichkeiten für den Absatz britischer Produkte auf dem Festland deutlich beschneiden, so Schlag.

 

 Referent Markus Schlag mit Schülern einer 10. Klasse.

Seine Ausführungen unterstrich er mit einprägsamen Beispielen wie einer befreundeten Modehändlerin, die plötzlich erhebliche Probleme mit dem Verkauf ihrer Produkte wie Schals auf der Insel bekommen dürfte, weil sie nicht über einen der raren Mitarbeiter mit den entsprechenden Spezialkenntnissen im Bereich Außenwirtschaft verfüge.
Auch der Wegfall von jahrelang bestehenden Einfuhrerlaubnissen würde das Leben der britischen Bürger beeinträchtigen. Sollte in der nächsten Zeit beispielsweise in einem britischen Krankenhaus ein Röntgengerät kaputt gehen, könnten die zur Reparatur erforderlichen Ersatzteile nicht mehr relativ problemlos in das Land eingeführt werden, weil entsprechende Abkommen über den Import von radioaktiven Substanzen ihre Gültigkeit verloren hätten.
Auf Nachfragen durch die Schülerinnen und Schüler bezeichnete er den Brexit insgesamt als eine für die Wirtschaft im Vereinigten Königreich deutlich negative Entscheidung. Dies zeige sich unter anderem auch darin, dass selbst der Autohersteller Honda eines der weltweit produktivsten Werke in Swindon schließen wird, da die Unwägbarkeiten aufgrund des Brexits wirtschaftlich als zu riskant erachtet werden und auch Nissan die Produktion eines Modells doch nicht wie ursprünglich vorgesehen in Großbritannien durchführen wird. Für die Beschäftigungssituation auf der Insel sei dies alles andere als gut, so Schlag.

Daniel Zwicknagl