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Andreas Pröve – Ein Mann mit Geschichten

Alle Jahre wieder kommt ein Mann an das Gymnasium Neutraubling, der trotz eines schweren Schicksalsschlages in jungen Jahren das Beste aus seinem Leben gemacht hat. Nach einem Motorradunfall 1981 lautete die harte Diagnose Querschnittslähmung, was ihn jedoch bei seinen folgenden unzähligen Reisen nicht daran hinderte, die Grenzen des Machbaren neu auszuloten.
Über eines seiner Abenteuer referierte Andreas Pröve mit seiner charismatischen Art nun am 27.11.2017 vor den Schülerinnen und Schülern der 10. Jahrgangsstufe, die im gebannt zu hörten.

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Schon beim Aufbau der Technik wurde klar, dass hier ein Mann zu Gast ist, der immer und überall die Contenance wahrt und genau weiß, was er will. Auch seine Kreativität demonstrierte er sehr früh, als er zu Beginn des Vortrags seinen motorisierten Rollstuhl mit abnehmbaren Rädern und integrierter Toilette präsentierte. Mit diesem machte er sich nun auf in den Süden Indiens, ein skurriles, vielseitiges Land mit mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern. Mit dabei sein kongenialer Freund Nagender Chhikara, einer der auch aus der Reihe tanzt: Denn anstatt dem in Indien üblichen Tee trinkt er lieber Bier, außerdem isst er mit der „unreinen“, linken Hand. Erster Stopp der beiden war Bombay, eine von sozialer Disparität geprägten 22 Millionen Metropole, eine Stadt, „in der man den Optimismus richtig spüren kann“, so Herr Pröve.

Angesteckt von der indischen Zuversicht rollte er immer weiter Richtung Süden, erlebte Tempel und Erntedankfeste mit bunt angemalten Kühen, ein Symbol für die starke religiöse Prägung Indiens. Auch nach einem Unfall, bei dem die Bremse des Rollstuhls kaputtging, war das Glas noch halb voll und so ließ er kurzerhand ein Ersatzteil einfliegen. Die Wartezeit verbrachte er in der boomenden Software-Industrie-Stadt Bangalore, ehe das Abenteuer mit neuer Bremse fortgesetzt wurde.

Auf dem Weg zu dem Pilgerort Palani (ca 90 km nördlich von Madurai) wurde die bereits angesprochene religiöse Prägung Indiens dann deutlicher denn je. Barfuß und mit giftigen Kobras im Gepäck wanderten Tausende Richtung Tempel, wo sie beim Pusam Fest Opfer für Gott Murugana bringen würden, der einem, wie es heißt, jeglichen Schmerz nimmt. Dies konnte Herr Pröve durchaus auch gebrauchen, als er in einer Nacht bei indischen Bauern auf einer Stahlmatratze schlief, die ehemals als Ladefläche eines LKWs gedient haben soll.

Nicht mit dem Lastwagen, sondern mit dem Rollstuhl ging es für Andreas Pröve wieder weiter Richtung Norden und somit seiner Reise dem Ende entgegen. In der insgesamt ca. 3-monatigen Reise habe er vieles gelernt und erlebt, erzählt er. Die Toleranz der Inder gegenüber Religionen, die aufstrebende Wirtschaftsmacht Indien oder die Erkenntnis, wie schön wir es in Deutschland doch haben. Denn Indien kann „hässlich“ sein, berichtet er, aber um Selbsterfahrung zu sammeln, sei es der perfekte Ort. Diese Selbsterfahrung hat Andreas Pröve gesammelt und er hat bewiesen, dass man sich nie unterkriegen lassen, zuversichtlich nach vorne blicken und das Beste aus seinem Leben machen soll.

 

 

Jonas Hammerschmid, 10c

 

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