„Einmarschiert“ – Alpenüberquerung durch 3 Länder

Das Gymnasium Neutraubling erweist seinem Ruf als Umweltschule alle Ehre. Dieses Jahr ermöglichte die Schulleitung den angehenden Abiturienten zum ersten Mal die Teilnahme an einer „grünen“ Seminarfahrt: eine Alpenüberquerung zu Fuß über ca. 100 km und 6000 Höhenmeter.  Auf den ersten Blick definitiv eine etwas andere Seminarfahrt, denn anstatt Kulturstätten zu besuchen hieß es für uns, eine Gruppe aus acht Schülerinnen und Schülern sowie zwei Lehrern des Gymnasiums, einen Teil des europäischen Fernwanderwegs E5 mit einem ca. 12 kg schweren Rucksack innerhalb von sechs Tagen von Oberstdorf im Allgäu bis nach Meran in Südtirol zu bewältigen.

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Doch die Anstrengung hat sich wahrlich gelohnt. Neben einer traumhaften Alpenkulisse mit Kühen, die bimmelnde Glocken um den Hals tragen, strahlendem Sonnenschein oder fröhlich plätschernden Bächen, sind wir sogar in den Genuss gekommen, Bekanntschaft mit einer Gruppe Steinböcke zu machen. Jede unserer Etappen begann  täglich bereits vor 7 Uhr, und als wir nachmittags nach einem langen anstrengenden Aufstieg endlich völlig geschafft die Hütte erreichten, entschädigten das Entspannen in einem Liegestuhl auf einer Sonnenterrasse mit einem 360° Panoramablick auf die Alpen und das gemeinsame Abendessen alle Anstrengungen, die wir an diesem Tag auf uns genommen hatten. Für Hartgesottene bestand auf dieser Tour sogar mehrfach die Möglichkeit, in einen kleinen, im Sonnenlicht glitzernden Alpensee zu hüpfen, der mit seiner Wassertemperatur von ca. 11°C dafür sorgte, dass einem beim Reinspringen die Luft wegblieb. Allerdings weicht nach so einem Kälteschock rasch alle Schwere aus den Beinen und man kann bestens erholt in den neuen Tag starten.  Weitere Highlights der Tour waren unter anderem die Überschreitung der Seescharte auf 2599 m Höhe mit einem unvergleichlichen Blick auf die aufgehende Sonne, das kurze Stück über den Similaun-Gletscher auf einer Höhe von 3019 m und definitiv der Aufstieg zur Braunschweiger Hütte, der höchsten Übernachtungsmöglichkeit unserer Tour: Der erste Teil dieser Etappe führte direkt neben einem reißenden Wasserfall entlang, wodurch wir das ständige Tosen des Wassers im Ohr hatten und manchmal sogar die Gischt im Gesicht spürten. Nachdem wir den Wasserfall hinter uns gelassen hatten, eröffnete sich für den Rest des Aufstiegs ein atemberaubender Blick auf das Eis des Mittelbergferners. Gekrönt wurde jeder Tag mit einem Abendessen, das alles zu bieten hatte, was einem ausgehungerten Wanderer in den siebten Himmel bringt: vom saftigen Hüttensteak über knusprige Hüttenpommes bis hin zum luftigsten Kaiserschmarrn, den man sich vorstellen kann.  

Insgesamt gilt es nach 51 Blasenpflastern, 86 Müsliriegeln, 2 Rollen Tape, 3 kg Brot und 7 Packungen Manner Waffeln Bilanz zu ziehen. Alle Teilnehmer, Schüler sowie Lehrer, sind stolz, diesen Gewaltmarsch geschafft zu haben. Es war eine unglaubliche Fahrt mit unvergesslichen Erfahrungen, die wir jedem weiter empfehlen wollen. Zuletzt gilt es noch unseren besonderen Dank an die zwei betreuenden Lehrer, Herrn Richter und Frau Leipert, zu richten, die alles organisiert haben,  auf alles vorbereitet waren und nicht unwesentlich zur guten Stimmung innerhalb der Gruppe beigetragen haben. Ebenfalls ein herzliches  „Dankeschön“ an die Schulleitung und die Oberstufenkoordinatoren des Gymnasiums Neutraubling, ohne deren Unterstützung diese Fahrt nicht hätte stattfinden können.