Exkursion in die Alpen

Exkursion in die Alpen

P-Seminar Geographie

Planung und Durchführung einer Exkursion in die Alpen

 

 

 

Exkursionsbericht

16.09.2013 – 20.09.2013

 

 

Ablaufplan

 

Montag, 16.09.2013:

7:00 – 13:30 Fahrt nach Zell am See (Start: Gymnasium Neutraubling)

14:30 – 15:30 Besichtigung des Vogtturms in Zell am See

15:45 – 16:45 Besichtigung der Freiwilligen Feuerwehr Zells

 

Dienstag, 17.09.2013:

10:00 – 12:15 Führung im Nationalparkwelten Museum

13:30 – 16:00 Wanderung durch Teile des Nationalparks Hohen Tauern

 

Mittwoch, 18.09.2013:

10:00 – 15:00 Besichtigung des Mooserboden Stausees inklusive 2 Museen

15:00 – 19:00 Fahrt nach Graz

 

Donnerstag, 19.09.2013:

9:45 – 12:00 Wanderung Hin - und Rückwanderung (Bärenschützklamm)

14:30 – 16:00 Stadtführung durch Graz

 

Freitag, 20.09.2013:

8:30 – 10:00 Führung durch die Lagerhallen „fruturas“

11:15 – 18:30 Fahrt zurück nach Neutraubling

 

Exkursionsleiter: Herr Kopp

Begleitung: Frau Lindner

Busfahrer: Herr Schierer

 

Exkursionsteilnehmer:

Bartek Julia, Starke Sarah, Brey Tobias, Theiss Julia, Gottswinter Eva, Wittmann Manuel, Malecki Agnes, Zizler Christian, Meier Korbinian, Zizlsperger Martin, Mrozek Martin, Zwickenpflug Sonja

 

Montag, 16.09.2013:

 

Am Montag, den 16. September 2013, begab sich das P-Seminar Geographie um 7.00 Uhr in Begleitung von Herrn Kopp, Frau Lindner und Herrn Schierer auf den Weg vom Gymnasium Neutraubling aus nach Zell am See. Um 13.30 Uhr kam der Kurs im 300 km entfernten Zell am See an. Nach einer Mittagspause begaben sich die Schüler zu Fuß zum Stadtplatz. Dort war die Besichtigung des ersten Ausflugsziels, des Vogtturms, geplant. Dem Seminar stand eine Stunde zur Verfügung, um sich selbstständig über die Geschichte der Stadt Zell am See zu informieren. Auf 4 Etagen war verschiedenstes Anschauungsmaterial ausgestellt. Von Erzen und Mineralien über Fischerei und Jagd bis hin zur Entwicklung der Skier war alles vertreten. Teil-weise wurde die Ausstellung von einem Mitarbeiter des Museums erklärt. Für den weiteren Verlauf des Tages war ein Vortrag eines Tourismusexperten vorgesehen. Dieser konnte jedoch nicht stattfinden, weswegen unser Busfahrer Herr Schierer einen Bekannten, welcher bei der freiwilligen Feuerwehr tätig ist, kontaktierte. Somit wurde dem Kurs eine kurzfristige Besichtigung des Feuerwehrgebäudes inklusive Führung ermöglicht. Zuerst wurde man in der Zentrale über negativen Auswirkungen des starken Tourismus aufgeklärt. Denn in den Wintermonaten, in denen die Umgebung um Zell am See für Skibegeisterte ein optimales Reiseziel darstellt, steigt die Einsatzquote der Feuerwehr um ein Vielfaches. Anschließend folgte die Beschreibung einzelner Fahrzeuge, deren Ausstattung sowie ihrer Einsatzbereiche. Für 33% der Kosten der 16 Einsatzfahrzeuge muss die Freiwillige Feuerwehr selbst aufkommen. Unter anderem wurden 12 Mitglieder für den Taucherdienst ausgebildet. Nach dem Ende der Führung erklärte Herr Kopp der Gruppe den Einfluss der Murgänge auf die Entstehung von Zell am See. Sie transportierten Schlamm und Gestein ins Tal, wodurch eine Kegel-form entstand, welche in den See mündet. Im Anschluss daran begab sich der Kurs mit dem Bus auf den Weg zum „Jungen Hotel am See“ und bezog die Zimmer. Den Abend ließ das P-Seminar im Restaurant „Zum Cäsar“ ausklingen.

 

Dienstag, 17.09.2013:

 

Am Dienstag, den 17. September 2013, traf sich das P-Seminar um 8:30 Uhr in der Eingangshalle der Herberge. Wie schon vermutet konnte das geplante Programm aufgrund der schlechten Wetterlage (25cm Neuschnee) nicht stattfinden. Als gute Alternative erwies sich das Nationalparkmuseum in Mittersill und eine andere, kürzere Wanderung. Um 10:00 Uhr begann die Führung mit Herrn Meixner durch das Museum. So konnte man erfahren, dass der Nationalpark Hohe Tauern eine Fläche von 1800km² hat, wovon 200km² vergletschert sind. Um als Nationalpark klassifiziert zu werden, benötigt das Gelände eine von über 60% unbewirtschaftete Kernfläche. Zusätzlich konnte der Kurs erfahren, dass die aus dem Salzachtal stammenden Kron-juwelen der Queen zuerst von Österreich nach Indien und schließlich nach England geschmuggelt wurden. Anschließend erläu-terte Herr Meixner die Jagdmethoden der Raubvögel, welche er an einer Kursteil-nehmerin demonstrierte. Des Weiteren gibt es noch einen 3D- Film, welcher die Entstehung, das Wachstum und die Erosion in den Alpen veranschaulicht. Zusätzlich besitzt das Museum ein einzigartiges 360° Kino, in welchem ein Naturfilm über die Alpen läuft. Anschließend hörte sich der Kurs noch einen Vortrag von Herrn Meixner über die Klimaerwärmung in Verbindung mit dem Gletscherstand an. So konnte man erfahren, dass es natürliche Kälte- und Wärmeperioden gibt und eine natürliche Schwankung normal sei. Im Verlauf der Geschichte sind die Gletscher in den Hohen Tauern so mehrmals abgetaut und dann wieder auf ein vielfaches der heutigen Größe gewachsen. Ein so rapides Abschmelzen der Gletscher, wie es derzeit der Fall ist, ist jedoch sehr ungewöhnlich und wohl auf den Menschen zurückzuführen. Anschließend fuhren die Exkursionsteilnehmer mit dem Bus zum Startpunkt der Wanderung weiter. Herr Meixner erklärte, dass man problemlos von einem Bach trinken kann, solange oberhalb des Baches keine Kühe grasen und ließ den Kurs dort wachsende Kräuter (Minze und Bachkresse) erschmecken. Anschließend passierte die Wander-gruppe ein Spitalhaus, welches früher als letzte Unterkunft vor dem Berganstieg und als Lazarett diente. Zusätzlich war es mit einem Schankrecht versehen und wurde durch den Erzbischof finanziell unterstützt. Im Anschluss warnte Herr Meixner vor lawinengefährdeten Gebieten, lehrte diese zu erkennen, indem man den Hang nach vergangenen Rutschungen absucht und steile Hänge meidet, und erklärte den Unterschied zwischen Steinschlag, Felssturz und Bergsturz, welche sich hauptsächlich in deren Ausmaß unterscheiden. Um 16:00 Uhr erreichte die Gruppe das Ziel, den Hintersee. Dort konnte man leider nicht einkehren, da die Raststätte geschlossen war. So kehrte der Kurs wieder um und kam um 17:15 Uhr nach Verabschiedung des Rangers wieder in der Herberge an. Nach dem Essen hielt Agnes Malecki ihr Referat über die „Gefahren in den Alpen“ und Julia Bartek stellte das Thema „Schutz der Alpen“ vor. Anschließend ließ jeder den Abend auf seine Weise ausklingen.

 

Mittwoch, 18.09.2013:

 

Am Mittwoch, den 18. September 2013 traf sich das P-Seminar nach dem Ausräumen der Zimmer an der Rezeption. Das für diesen Tag geplante Ausflugsziel, der Mooserbodenstausee, befindet sich auf 2100 Höhenmetern. Da die Temperatur im Alpenraum pro 100 Meter Höhenunterschied um 0,75° C sinkt, waren für diesen Tag besonders wetterfeste Bekleidung vorgesehen. Um 10.00 Uhr erreichten wir die Station im Tal. Auf der 45 Minuten langen Fahrt hatten man die Gelegenheit, sich einen guten Eindruck der riesigen Staumauern zu machen, welche 83 Millionen Kubikmeter Wasser aufstauen. Durch eine 90-minütige Führung, welche von Herr Krautgasser geleitet wurde, erfuhr der Kurs viele Details über den 1947 - 1955 erbauten Stausee. Zuerst wurde den Seminarteilnehmern der Aufbau und die Funktionsweise der Stauseeanlage anhand einer Karte verdeutlicht. Der Stausee beinhaltet einen maximalen Nutzinhalt von 84,9 Mio m³ Wasser. Mit dieser Menge könnte man die Weltbevölkerung für eine Woche mit Trinkwasser versorgen. Das Wasser stammt großteils aus dem Schmelzwasser des Pasterzengletschers des Großglockners, dem höchsten Berg Österreichs, mit einer Höhe von 3798m. Dieses Schmelzwasser wird im Stausee Margaritze in Kärnten gesammelt und durch den 11,5 km langen Möllüberleitungsstollen in den Speicher Mooserboden geleitet. Das Elektrizitätswerk Kaprun ist ein Speicherkraftwerk mit Pumpbetrieb und erzeugt elektrischen Strom zur Abdeckung der Spitzenlast. Nachts, wenn die Strompreise durch die geringe Nachfrage am niedrigsten sind, wird das Wasser erneut nach oben gepumpt, um am darauf folgenden Tag den erhöhten Stromverbrauch zur Mittagszeit zu decken. Der Gewinn ergibt sich aus den Unterschieden der Strompreise bei Tag und Nacht. Die Staumauer ist eines der bestüberwachtesten Bauwerke Österreichs. 189 einzeln verteilte Messpunkte kontrollieren Senkungen und Hebungen, dabei ist die Relation der Messpunkte ausschlaggebend. Darauf versicherte Heer Krautgasser dem Seminar, dass ein Bruch der Mauer fast unmöglich sei und es sich bei der einzigen reellen Gefahr um einen Bergrutsch handle. Nach dem Ende der Führung folgte eine kurze Besichtigung des Museums „Erlebniswelt- Strom und Eis“, in dem die Entstehung und der Bau der Mauer dargestellt waren. Im Anschluss stärkte sich das Seminar im Restaurant vor Ort. Als der Kurs mit dem Bus wieder im Tal ankam, folgte ein weiterer Museums-besuch, der den Schülern den strom-bringenden Teil der Anlage näher brachte. Von dort aus begab sich der Kurs um 15.00 Uhr auf den Weg nach Graz, wo er um 19.30 im Jugendhostel eincheckte. Den Abend beendete das Exkursionsteam in der Gaststätte „Ungerhof“.

 

Donnerstag, 19.09.2013:

 

Am Donnerstag, den 19. September 2013 traf sich das P-Seminar nach dem Frühstück an der Rezeption um sich um 9.00 Uhr auf den Weg zur Bärenschützklamm nach Mixnitz zu begeben. Nach einer 40-minütigen Fahrt kam die Gruppe am Ziel an. Jedoch bestand keine Möglichkeit, den Berg hoch zur Klamm mit dem Bus zu befahren und so musste man den einstündigen Anstieg hoch wandern. Bei ungefähr der Hälfte des Weges legte der Kurs eine kurze Pause ein und hörte dem Schüler Tobias Brey bei seinem Referat über „Die Entstehung der Alpen“ zu. Als das Seminar seine Wanderung fortsetzte und schließlich um 11.00 Uhr oben an der Bärenschützklamm ankam folgte ein weiteres Referat über „Höhenstufen der Vegetation“, welches von Christian Zizler gehalten wurde. Da es aus zeitlichen Gründen nicht möglich war, die Klamm selbst zu besteigen, trat der Kurs im Anschluss die Wanderung zurück ins Tal an. Diesmal legte das Seminar auch wieder einen kurzen Halt in der Mitte der Strecke ein und sammelte sich auf einer steinernen Plattform zusammen. Während dessen erzählte Herr Kopp dem Kurs, dass in dieser Alpengegend überwiegend Kalkgestein zu finden ist. Kalk lässt sich analysieren, indem man Salzsäure auf das Gestein tropfen lässt. Falls das Gestein sich auflöst und es sich Bläschen bilden, so kann man daraus folgen, dass es sich dabei wirklich um Kalk handelt. Nachdem Herr Kopp seinen kurzen Vortrag über Gesteine beendete, erzählten die Schülerin Julia Theis und Julia Bartek, welche eigentlich die geplante Wanderung durch die Klamm übernehmen sollten, ein paar wichtige und interessante Details über die Entstehung der Klamm. Wieder am Bus angekommen fuhr der Kurs um 12.00 Uhr mit dem Bus zurück zum Jugendhostel. Nach einer halben Stunde Pause traf sich die gesamte Gruppe um 14.00 Uhr in der Eingangshalle, um sich von dort aus gemeinsam in die Grazer Altstadt zu begeben. Dort angekommen wartete Frau Trezesniowski, welche den Kurs durch Graz führte und viele interes-sante Informationen über die Geschichte, Gebäude und Kunstwerke erläuterte. Graz ist die die Landeshauptstadt der Steier-mark und dazu die zweitgrößte Stadt in ganz Österreich. Die Stadt entwickelte sich von einer reinsten Agrarlandschaft (römische Kaiserzeit) zu einer beliebten Universitätsstadt (heute) mit über 45.000 Studenten. 1999 wurde die Grazer Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe, um das historische Bauensemble zu erhalten und mit neuer Architektur zu harmonisieren. Die meisten Grazer Sehenswürdigkeiten befinden sich in der Altstadt, wie beispielsweise die Herrengasse, der Hauptplatz, der Grazer Dom, die Grazer Burg, der Schlossberg, die Grazer Murinsel, das Glockenspiel und das Kunsthaus Graz. Es sticht einem besonders ins Auge, dass Graz eine große künstlerische Seite an sich hat. Um 16.00 Uhr endete die Führung und die gesamte Gruppe begab sich für eine kurze Zeit auf die Aussichtsplattform, wo sie einen Ausblick über Graz genießen konnte. Der Rest des Abends stand jedem zur freien Verfügung.

 

Freitag, 20.09.2013:

 

Am Freitag, den 20. September 2013, der letzte Tag der Alpenexkursion, fuhr das P-Seminar schon um 7:30 Uhr zum Verpackungsbetrieb „frutura“. Um 8:30 Uhr kam der Kurs dort an und wurde vom Warenhausmanager von „frutura“, Herrn Nakladal, begrüßt. Anschließend begann die Führung durch den seit 11 Jahren existierenden Betrieb. Mit seinen über 160 Mitarbeitern ist „frutura“ der zentrale Dienstleister für das Verpacken von Obst, Gemüse und Kräutern in Österreich und ist einer der Hauptzulieferer für die Supermarktkette SPAR. Herr Nakladal informierte mit einer Powerpoint-Präsentation über Anbau, Reife und Transport der Bananen und über den Unterschied zwischen „bio“ und „konventionellen“ Anbau. Der größte Unterschied ist hierbei, dass bei Bio-Früchten, beispielsweise Bananen, komplett auf den chemischen Pflanzenschutz verzichtet wird. Im Anschluss erklärte Herr Nakladal, dass das Reifen der Bananen ein exothermer Prozess ist, d. h. es wird Energie frei. Ohne Entgegenwirkung durch Reifezellen, von welchen „frutura“ 25 Stück besitzt, würde die Banane zu einem „kleinen Ofen mutieren“ und sich selbst bis auf 40°C erhitzen. Nachdem Herr Nakladal dem Kurs einige Bananen zur Verkostung bereitgestellt hatte, wechselte der Ort der Führung zur Verpackungsanlage und Lagerhalle „fruturas“, welche man nur mit Haarnetzen betreten durfte. Hier wird alles von Apfel bis Banane über exotische Früchte wie Kokusnüsse und Sternfrüchte, aber auch Kräuter gelagert und verpackt. Außerdem erklärte Herr Nakladal noch etwas über das Marketing der Äpfel. Er meinte, dass Marketing nicht nur bei Smartphones existiert, sondern dass es auch bei Äpfeln gewisse Marken gibt und ein gutes Image wichtig ist. So haben die meisten vermutlich schon von der Apfelmarke „Pink Lady“ oder den aus der Steiermark stammenden Äpfel mit „dem grünen Herz Österreichs“ gehört. Was man sehr bemerkenswert finden kann ist, dass sich Herr Nakladal im Gegensatz zum heutzutage weit verbreiteten stark kapital-istischen Denken sehr für „Fair-Trade“ einsetzt. Um 10:00 Uhr endete die Führung. Leider fiel der geplante Besuch eines Obstanbaubetriebes ins Wasser. Daher fuhren alle Exkursionsteilnehmer mit dem Bus schon früher als geplant nach Hause. Während der Fahrt hielt Eva Gottswinter ihr Referat über „Die industrielle Erschließung des Alpenraums“ und Korbinian Meier über „Die Stellung der Steiermark in Österreich“. Die Ankunft in Neutraubling erfolgte gegen 18:30 Uhr. So verabschiedeten sich alle voneinander und kamen erschöpft Zuhause an.

 

Verfasser des Exkursionsberichtes:

Bartek Julia, Zizlsperger Martin, Zwickenpflug Sonja